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SDG Nr. 16 beim Greißler

By März 24, 2021März 30th, 2021No Comments

Nach einer kurzen Pause machen wir weiter mit der Vorstellung der SDGs. Dieses Mal ist das SDG Nummer 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) an der Reihe.

Was steckt hinter dem SDG 16?

SDG 16 beinhaltet vor allem Ziele, die auf die Reduktion von Gewalt gegen Kinder und diskriminierte Gruppen abzielen, sei es durch Minimierung von Waffenexporten und Korruption, aber auch um die Gerechtigkeit, die ein starker Staat schafft. Das soll natürlich kein starker Staat im Sinne einer Diktatur sein, im Gegenteil. „Starke Institutionen“ sollen jedem*r den Zugang zur Justiz ermöglichen, die Teilhabe partizipatorisch gestalten, den Zugang zu Informationen ermöglichen sowie die Einhaltung völkerrechtlicher Übereinkünfte gewährleisten. Kurz gesagt: Auf allen Ebenen sollen leistungsfähige und rechenschaftspflichtige Institutionen aufgebaut werden und die Entscheidungsfindung bedarfsorientiert, inklusiv, partizipatorisch und repräsentativ gestaltet sein. Dazu gehört übrigens auch, dass jeder Mensch bei seiner Geburt eingetragen wird und dadurch eine rechtliche Identität erhält.

Liest man sich diese Forderung durch, könnte man meinen, dass das eine der leichteren Übungen ist – zumindest verglichen mit anderen Zielen. Die Karte, die das Rating der einzelnen Länder bei SDG 16 darstellt, zeigt jedoch andere Ergebnisse:

Rating der einzelnen Länder zum SDG 16

Selbst in Europa gibt es mehr als genug Länder, deren Status sich so liest: „Significant challenges remain“. Das ist die zweitschlechteste von vier Ratings, das unter anderem Frankreich, die Niederlande und die Schweiz erhalten haben. Auch in Deutschland, Italien, dem UK, Spanien und Portugal heißt es „Challenges remain“. Traurigerweise liegt dieses schlechte Abschneiden meist an zwei Faktoren, die zur Bewertung der Indikatoren herangezogen werden: an der hohen Rate der Gefängnisinsassen (Italien, Polen, UK) oder an der Ausfuhr von Kriegsgerät (Frankreich, Schweiz, Niederlande, aber auch Deutschland, Norwegen und Schweden).

Insgesamt wird der Stand bzw. der Fortschritt, den die Länder bei der Erreichung von Ziel 16 haben, mit Hilfe von neun Indikatoren gemessen: Anzahl der Morde, Anzahl nicht verurteilter Gefängnisinsassen, gefühlte Sicherheit auf nächtlichen Straßen, Eigentumsrechte, Registrierung der Geburt, Korruptionsindex, Kinderarbeit, Waffenexporte und Pressefreiheit. Eine große Bandbreite, mit der man versucht, die Sicherheit eines Landes einzuschätzen. 

Österreich kann sich bei diesem Ziel übrigens beglückwünschen: als eines von nur sechs Ländern weltweit hat das Land dieses Ziel bereits erfüllt (weiters: Island, Irland, Finnland, Japan, Slowenien).

Und was haben wir als Greißler jetzt damit zu tun?

Ganz einfach: Wir unterstützen Betriebe, die wiederum Ausbeutung vorbeugen und Mehrwerte im eigenen Land schaffen, z.B. durch Bildung und Infrastruktur. Eine unserer Prinzipien bei der Neulistung von Ware ist Fairness entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Uns liegt es sehr am Herzen, Produzenten zu unterstützen, die die gesamte Produktion im Rohstoff Herkunftsland vollziehen, anstatt nur die Rohstoffe abzuschöpfen. Zu solchen Betrieben zählen unter anderem fairafric, bio balkan und Caucawa. Das schafft eine höhere Wertschöpfung im eigenen Land und dadurch die so wichtige Infrastruktur und Bildung. 

Was das heißt?

Fairafric zum Beispiel schafft Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft und vervielfacht so das lokale Einkommen im Ursprungsland. Die qualifizierten Arbeitsplätze führen wiederum zu höherem Einkommen, besserem Zugang zu höherer Bildung und Gesundheitsvorsorge. 

BioBalkan hat nur Sozialunternehmen in entlegenen Landstrichen als Partner, die alleinerziehenden Müttern, Langzeitarbeitslosen, Menschen mit Behinderungen oder Minderheiten Arbeitsplätze bieten. BioBalkan hilft den Betrieben dabei, europäische Qualitäts- und Bio-Standards umzusetzen.

CauCawa stärkt die Strukturen und sichert Arbeitsplätze in den Herkunftsländern, indem die Produkte aus Peru, Ecuador und Brasilien zu 100 % dort produziert werden. Zum Teil handeln sie sogar per direct trade – stehen also direkt mit der Farm im Kontakt.

Auch weitere SDGs werden so gefördert

Durch solche Unternehmen wird nicht nur das für mehr Frieden und Gerechtigkeit (SDG Nummer 16) gekämpft, sondern auch Armut bekämpft, (SDG Nummer 1), Ernährung sichergestellt (SDG Nummer 2), Bildung für alle gesichert (SDG Nummer 4), nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Menschenwürde für alle gefördert (SDG Nummer 8), Ungleichheit verringert (SDG Nummer 10) und Sofortmaßnahmen gegen Klimawandel ergriffen (SDG Nummer 13), denn neben den sozialen Aspekten ist diesen Unternehmen auch wichtig, biologisch in einer Region anzubauen und den Boden zu schätzen und mit ihm zu arbeiten anstatt ihn weiter auszubeuten. Darüber hinaus ergreifen sie einige Maßnahmen zur Müllvermeidung in der Region.

Über diese und viele weitere SDGs werden wir in den kommenden Wochen und Monaten noch berichten – bleibt gespannt!

Quellen: 

https://ec.europa.eu/eurostat/documents/3217494/9940483/KS-02-19-165-EN-N.pdf/1965d8f5-4532-49f9-98ca-5334b0652820?t=1573202053000#

http://www.statistik.at/web_de/statistiken/internationales/agenda2030_sustainable_development_goals/un-agenda2030_monitoring/index.html

https://www.statistik.at/web_de/statistiken/internationales/agenda2030_sustainable_development_goals/index.html

https://eu-dashboards.sdgindex.org/rankings

https://eu-dashboards.sdgindex.org/map/indicators/sdg2_pestexp/ratings

https://www.un.org/sustainabledevelopment/news/communications-material/